Auf zum GAK 1902 - Der Kampf um die Tabellenführung!


Wiedersehen mit einem guten Bekannten


Englische Wochen beim SVG. Nach dem auf Dienstag verschobenen Nachtragsspiel gegen Gamlitz (ein hart erkämpftes und tolles 1:1 bei strömendem Regen auswärts und auf extrem tiefem Terrain) wartet bereits am Samstag, dem 29. Oktober 2016 ab 18:30 Uhr der GAK in Weinzödl auf unsere Mannschaft, bevor wir diesen bereits jetzt äußerst erfolgreichen Herbstdurchgang am Donnerstag, dem 03.11.2016 mit dem Heimspiel gegen den SV Strass abschließen.

Duelle mit dem GAK?

Gab es in der Vergangenheit schon sehr oft. Legendär etwa der 3:2 Heimsieg des SVU Tondach Gleinstätten (mit Poljanec, Znuderl, Rossmann, Prietl, Hutter K. etc.) in der Saison 2010/11 (RLM), wo damals noch Spieler wie Kollmann, Rauter, Nutz, Murg oder Schilling das Dress der Roten trugen.

In den Jahren 2002 bis 2010 matchte sich der SVG fast regelmäßig mit der 2. Mannschaft des GAK in der Landesliga, was gleichzeitig auch mit den größten Erfolgen des GAK (Bundesliga - Meistertitel 2004, zahlreiche Pokalsiege) einherging.

Die letzten Duelle mit dem Traditionsverein aus Graz datieren aus dem Jahr 2012, als der GAK in der Saison 2011/12 Meister der Regionalliga Mitte wurde und sich somit für die Relegationsspiele gegen den TSV Hartberg qualifizierte, dort aber nach einem 0:0 im Hinspiel und einem 0:3 Rückstand im Rückspiel mit einem Platzsturm einiger Fans für ein unrühmliches Ende und für den Abbruch dieses Spiels sorgte.

Ein Spiel, zu dem Hartberg allerdings wie die Jungfrau zum Kind kam, da man in dieser Saison als klarer sportlicher Fixabsteiger (abgeschlagener Letzter in der Ersten Liga) erst durch die Lizenzverweigerung für den LASK und die damit verbundene Rückreihung die Chance bekommen hat, eine komplett verkorkste Saison über die Relegation zu retten und das dann zum Leidwesen des GAK auch schaffte.

Es folgten bittere Zeiten mit dem 4. Konkurs seit 2007 im Jahr 2012 und schließlich ein Neustart unter dem neuen Namen GAC (seit 2014 tritt man als GAK 1902 auf) in der 1. Klasse Mitte A in der Saison 2013/14.

Dort wurde man unter Obmann Mag. Harald Rannegger, SL Heinz Karner und unter der Regie von Trainer Gernot Plassnegger auf Anhieb und mit 14 Punkten Vorsprung ungeschlagen Meister. Ein Erfolg, den man angetrieben von einer für das steirische Fußballunterhaus einzigartigen Fangemeinde im Jahr darauf wiederholte, und sich mit 11 Punkten Vorsprung auch den Titel der Gebietsliga Mitte sicherte.

Ähnlich brauste man in der vergangenen Saison durch die Unterliga Mitte (17 Punkte Vorsprung), was nicht zuletzt auf einen qualitativ sehr hochwertigen Kader (mit den Ex - Profis Richi Wemmer und Gerald Säumel sowie den ehemaligen Regionalliga - Spielern Stefan Kammerhofer, Patrick Haider und Dominik Messner) zurückzuführen ist.

Mit dem Aufstieg in die Oberliga rüstete man noch einmal kräftig auf, holte fast ausschließlich Spieler mit Regionalligaerfahrung (Dominik Hackinger, Marco Heil, Aleksandar Dabic, Amir Ajan sowie Nikolai Kremer vom Kärntner Landesligist Maria Saal) und hat es sich angesichts dieses Kaders - auch wenn das offiziell so nicht bestätigt wird -  daher wohl auch heuer zum Ziel gesetzt, den Meistertitel zu erringen und somit auch die Station Oberliga am Weg retour ganz nach oben ohne Ehrenrunde wieder zu verlassen.

Und so gibt es zwar gerade unter den langjährigen GAK Fans viele, die sich ein langsames und gesundes Wachstum ihres Vereins wünschen und daher gerne möglichst viele Eigenbauspieler in der 1. Mannschaft sehen würden. Die hohe Erwartungshaltung vieler Fans und Gönner sowie der äußerst schmale Grat zwischen gesundem Wachstum und dem gerade in Hinblick auf Sponsoren notwendigen relativ schnellen sportlichen Erfolg erfordern hier allerdings einen Spagat des Vorstandes und der sportlichen Führung, der für einen Verein mit einer so großen Fangemeinde und mit einer so hohen Erwartungshaltung an die Mannschaft sicher nicht immer einfach zu schaffen ist.

Der GAK steht nach klaren Siegen gegen Strass, Feldkirchen und Pachern, einigen äußerst hart umkämpften Spielen und teilweisen Zittersiegen (Rein, Köflach, Gamlitz, Großklein), insgesamt drei Remis (Gratkorn, Gralla, Frauental) und einer Niederlage (3:4 gegen Thal) mit 24 Punkten auf Platz 1.

Gegen Großklein machte man sich zuletzt das Leben aufgrund schwerer individueller Fehler in der Defensive lange selbst schwer, hatte nach dem 0:1 viel Glück (ein Torhüterfehler von Großklein ermöglichte das 1:1) sowie einen toll aufspielenden Patrick Haider im Tor und nach der Pause einen bis zu diesem Spiel als Torjäger so noch nicht in Erscheinung getretenen Nikolai Kremer in seinen Reihen, der diesem Spiel die Wende gab und sein Team mit einem lupenreinen Hattrick fast im Alleingang zu einem 4:2 Auswärtssieg führte.

Auffälligste Akteure bei unserem kommenden Gegner sind Mittelfeldallrounder Marco Allmannsdorfer, der die Bälle verteilt, immer wieder das Eins - zu - Eins und auch den Abschluss sucht, der sehr offensive Außendecker Aleksandar Dabic und natürlich der zuletzt immer besser in Form gekommene Nikolai Kremer, der als Linksfuß und mit seinem schnellen Antritt für viel Gefahr über die linke Seite des GAK sorgt. Das hat er auch im Cupspiel gegen Heiligenkreuz in der Verlängerung mit zwei Treffern unter Beweis gestellt, sodass der SVG auf ihn auch sicher ganz besonders aufpassen wird.

Der mit Abstand gefährlichste GAK Spieler, Dominik Hackinger (9 Treffer) hingegen ist aufgrund seiner Rot - Sperre in diesem Spiel nicht mit dabei (er fasste mit 2 Spielen die Minimalstrafe für Schiedsrichterbeleidigung aus), während der zweite Rot - Sünder im gleichfarbigen Dress, Lukas Graf, ebenfalls Glück im Unglück hatte und seine ebenfalls minimale Sperre von 1 Spiel bereits im Steirercup - Spiel gegen Heiligenkreuz absitzen konnte.

Unklar ist, ob die zuletzt verletzten Heil (letztes Spiel in der 9. Runde gegen Thal) und Bloder (verletzungsbedingt gegen Großklein aus dem Spiel) bzw. Dabic, die alle im Spiel gegen Heiligenkreuz nicht im Kader standen, am Samstag mit von der Partie sein werden, oder ob es sich hier nur um eine Vorsichtsmaßnahme oder gar um einen taktischen Schachzug der sportlichen Führung handelt.

Wie man einen GAK im Sportzentrum Weinzödl biegen und damit die Titelfrage wieder spannend machen kann? Thal, aber auch Frauental oder zuletzt Großklein haben aufgezeigt, wie es gehen könnte. Mit schnellen, präzisen Pässen auf die Spitzen, mit schnellem Spiel über die Seiten, über Standards und vor allem natürlich mit Kampfgeist, mit vollem Einsatz, mit vollster Konzentration und mit der spielerischen Leichtigkeit aus den vergangenen Partien. Einen Überblick über die Stärken und Schwächen unseres Gegners bieten die zahlreichen Videos im youtube channel des GAK oder auf Ligaportal TV.

Unbesiegbar, nein, das ist auch ein GAK nicht. Klar, man hat den wohl größten Kader, der auch von der Qualität her keinen Vergleich zu scheuen braucht, und ja, man hat als ehemaliger Bundesligist und als traditionsbehafteter Verein einer Landeshauptstadt natürlich auch das größte Fanlager im Amateurbereich.

In einer Liga, wo jeder jeden schlagen kann, werden allerdings auch in diesem Spiel ausschließlich Tagesform, Einsatz und vor allem der Wille über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Unsere Mannschaft? Spielt eine wirklich hervorragende Saison, hat nicht erst einmal spielerisches Können, Einsatzbereitschaft, Selbstvertrauen, Kampf- und Einsatzbereitschaft gezeigt und sich mit diesen Auftritten längst in die Herzen der Fans gespielt. Und so wird mit dem Wissen um die eigenen Stärken und um die Erfolge der letzten Runden auch mit breiter Brust nach Weinzödl reisen und dort versuchen, das von vielen vielleicht Unerwartete zu erreichen.

Sportliche Führung und Vorstand haben eine sehr gut funktionierende Truppe zusammengestellt, die auch abseits des Platzes ein verschworener Haufen ist und wo stets das Wir über das Ich gestellt wird. Und so gibt es in dieser Mannschaft auch nicht den einen, großen Star sondern eine Vielzahl an Spielern, die gemeinsam oder eben - wie auch schon erlebt - im Alleingang ein Spiel entscheiden können.

Der SVG hat aktuell einen tollen Lauf, liegt nur 3 Punkte hinter dem GAK auf Platz 2 in der Tabelle, ist seit der 7. Runde ungeschlagen und holte fast unglaubliche 13 von möglichen 15 Punkten aus den letzten 5 Spielen. Auswärts hat man überhaupt erst ein Mal verloren und die Lehren daraus gezogen, ist seit der 3. Runde ungeschlagen, holte in den letzten Runden 10 von 12 Punkten und ist somit knapp hinter Rebenland die beste Auswärtsmannschaft der Liga.

Man ist sehr schwer auszurechnen, kann so gut wie jeden Ausfall adäquat kompensieren und wird auch dem GAK in einem zu erwartenden Spiel auf Augenhöhe mit Sicherheit alles abverlangen, und versuchen, mit möglichst vielen Punkten im Gepäck die Heimreise aus Graz anzutreten.

Also, auf nach Graz! Möglich ist vieles. Mit vollem Einsatz, mit voller Konzentration, mit Bissigkeit, mit Spielwitz, mit dem absoluten Willen und mit dem natürlich immer notwendigen Glück dieses Mal sogar die Tabellenführung.

Erzwingen wir das Glück und holen wir uns die Punkte!


Auf geht's Burschen, kämpfen und siegen!


Autor: Günther Zwetti