Tage wie dieser oder "lost in Tondachstadion"


Chancenlos bei der 1:3 Heimniederlage gegen starke Frauentaler


Ja, es gibt sie, diese Tage. Tage, an denen man als Zuseher schon mit mulmigem Gefühl das Stadion betritt, nach spätestens einer viertel Stunde weiß, dass es heute nichts zu holen gibt und wo man nach endlos langen 90 Minuten schließlich desillusioniert den Ort des Grauens (ja, das ist jetzt doch etwas überspitzt) wieder verlässt.

Heute war so ein Tag.

Ein Tag, an dem es nichts zu holen gab, ein Tag, in dem von der ersten Minute weg alles gegen den SVG lief und den man schließlich mit einer leider verdienten Niederlage beenden musste.

Doch wieder mal alles schön der Reihe nach: Unsere Mannschaft ist mit den Köpfen leider noch kollektiv in der Kabine, als es bereits das erste Mal im Tor von Christoph Hüttl einschlägt. Ein schneller Angriff, der SVG viel zu zaghaft, zu ängstlich, ein Eckball, schlechtes Stellungsspiel und es steht 0:1 in der 2. Minute nach einem Kopfball von Sebastian Stanzer. Schlechter kann man eigentlich nicht in ein Spiel starten.

Dass es aber doch noch schlimmer geht, das zeigt sich den heimischen Zusehern nur knappe 10 Minuten später. Der SVG zu ängstlich, lässt Frauental spielen, lässt sich durch das körperbetonte, direkte Spiel die Schneid abkaufen und kassiert mit dieser abwartenden Spielweise innerhalb der ersten viertel Stunde nach einem katastrophalen Fehlpass am eigenen 16er das 0:2 durch Gregor Furek, der zu so einem Geschenk artig danke sagt.

Bei unserer Mannschaft läuft heute von vorne bis hinten einfach nichts zusammen, man ist unglaublich verunsichert und macht eigentlich in so gut wie jeder Situation das Falsche. Und so ist es weiterhin der SV Frauental, der für die gefährlicheren Momente in diesem Spiel sorgt und nun natürlich mit breiter Brust auftritt.

Gregor Furek, Florian Eibinger (der eine sehr gute Vorstellung in der doch ungewohnten Rolle des Mittelfeldregisseurs abliefert), Sebastian Stanzer und Alexander Muster haben an diesem Abend viel Spaß mit unserer Defensive, haben viel zu viel Platz und nutzen diesen auch sehr gut. Dass es daher nicht zu weiteren Toren reicht, das ist aufgrund einer viel zu passiven Vorstellung unserer Mannschaft in Hälfte eins daher eigentlich großes Glück.

Und dieses Mal schafft man es leider nicht, ein Spiel nach der Pause noch zu drehen. Frauental, das eine wirklich starke Leistung abliefert und bei ähnlichen Vorstellungen wie heute wohl auch unsere Konkurrenten noch Punkte kosten wird, ist im Kopf schneller und in den Füßen flinker. Man ist immer diesen einen Schritt schneller, antizipiert gut, lässt unserer Mannschaft kaum Platz und zeigt - natürlich auch bedingt durch die Führung - eine technisch ganz feine Klinge, viel Selbstvertrauen und schöne Spielzüge.

Trainer Jochen Zadravec reagiert zur Pause, bringt den von den Fans lange geforderten Philipp Schantl, der speziell gegen Ende dieses Spiels doch für einige Impulse sorgen kann, statt des heute glücklosen Georg Merkscha, so wirklich läuft das Werkl unserer Mannschaft aber auch jetzt noch nicht. Auch nicht, als der heute - wie der Großteil der Mannschaft - ebenfalls weit unter seinen Möglichkeiten gebliebene Philipp Krainer schließlich Platzt machen muss für Thomas Anhell.

Wie man es besser macht, das zeigt uns leider erneut der Gegner. Ein weiterer schwerer und eigentlich unglaublicher Abspielfehler in der Vorwärtsbewegung, Frauental schaltet erneut schnell um und schließt einen mustergültig vorgetragenen Konter, den man so sonst wohl nur bei einem lockeren Trainingsspiel zu sehen kriegt, mit dem Treffer zum 0:3 durch Timotej Petek ab. Jetzt ist dieses Spiel natürlich entschieden, jetzt ist die Messe gelesen.

Symptomatisch für die heutige Partie ist schließlich eine Szene in der 65. Minute, bei der unsere Mannschaft das Kunststück schafft, innerhalb eines einzigen Angriffs und innerhalb des gegnerischen 16ers gleich zweimal den eigenen Spieler anzuschießen. Ganz nach dem Motto: "Wenn's nicht läuft, läuft's einfach nicht".

In der 80. Minute hat der bis dahin eigentlich so gut wie nicht geprüfte Torhüter der Gäste, Daniel Paul, schließlich ein Einsehen mit der Heimmannschaft und gibt dem SVG zumindest eines der heute verteilten Geschenke zurück. Ein unglaublicher Patzer, der heute eigentlich besser zu uns gepasst hätte, führt nach einem relativ ungefährlichen Schuss von Dominik Divjak zum 1:3 und erweckt unsere Mannschaft am heutigen Abend für gezählte 7 Minuten zum Leben.

Plötzlich spielt man, kombiniert man, kommt fast spielerisch vor das Tor der Gäste, da man das Visier heute aber äußerst schlecht eingestellt hat, in dieser Drangperiode ein Tor aberkannt bekommt und schließlich auch noch das Kunststück zuwege bringt, den Ball allein und aus 5m per Kopf über das verlassenen Tor zu setzen, ist heute auch nicht mehr drinnen.

Was heute bei normaler Leistung und ohne zwei schwere individuelle Fehler jedoch möglich gewesen wäre, das zeigen diese "magischen 7 Minuten", in denen man gezählte 5 (!) Topchancen verzeichnen kann und damit zumindest den Ausgleich schaffen hätte müssen.

Doch wie auch immer, verdient wäre es heute nicht gewesen. Zu stark war heute der Gegner, physisch und psychisch über weite Strecken dieses Spiels überlegen. Der SVG will, kämpft, in vielen Phasen aber zu zaghaft, reagiert statt selbst Akzente zu setzen und macht dadurch den Gegner gleich noch stärker.

Fazit: Solche Tage, die gibt es einfach. Der SVU Tondach Gleinstätten findet gegen starke und aggressive Frauentaler heute über die gesamte Spielzeit kein Rezept und verlässt den Platz nach einer katastrophalen ersten Halbzeit auch mit einer klaren und verdienten Niederlage. Offen bleibt lediglich die Frage, welchen Zaubertrank der Ex - GAK Spieler Zeljko Vukovic seinen speziell gegen uns immer bis in die Haarspitzen motivierten Spielern vor den Spielen seiner Mannschaft gegen den SVG immer serviert. Womit wir erfolgreich eine Verschwörungstheorie und vor allem einen Erklärungsansatz für die heute leider verdiente Heimniederlage in die Welt gesetzt hätten.

Da Thal heute gegen Gamlitz mit 1:3 sowie Großklein gegen Pachern mit 1:4 verliert und Rebenland gegen Feldkirchen gleich mit 0:5 unter die Räder kommt, während der GAK morgen gegen starke Gratkorner erst einmal voll punkten muss, ist in dieser noch langen Meisterschaft weiter alles offen. Und dass hier jeder jeden schlagen kann, das hat diese Runde wohl schon jetzt sehr eindrucksvoll bewiesen.

Jetzt heißt es für unsere Mannschaft die Wunden zu lecken, die heutige Niederlage zu akzeptieren, daraus zu lernen und bereits nächste Woche gegen Thal wieder voll anzugreifen und zu punkten!


Kopf hoch, weiter geht's!


Autor: Günther Zwetti