Geglückte Revanche oder der 3:1 Auswärtssieg gegen die SU Rebenland


Gut gekämpft ist halb gewonnen


Mit einem 3:1 Auswärtssieg stehen wir am Ende da. Glücklich, zufrieden, aber abgekämpft und angeschlagen. Nicht nur am Feld sondern auch als Zuseher auf der Tribüne.

Das heute, das ist einmal mehr nichts für schwache Nerven. Es ist das erwartungsgemäß schwere Derby gegen einen ungemein kampfstarken Gegner, dem unsere Mannschaft aber speziell in der zweiten Halbzeit auch in punkto Härte Paroli bietet und damit die Basis für einen in Summe hochverdienten aber erst spät fixierten Sieg legt.

Trainer Jochen Zadravec reagiert auf die Sperre von Dominik Divjak, bleibt seiner offensiven Linie treu und bringt Paul Krizanac, der so wie der Rest der Mannschaft eine starke Leistung abliefert.

Das erste Tor macht allerdings die Heimmannschaft. Christoph Hüttl wehrt einen gut angetragenen Freistoß aus 30 m leider etwas zu zentral ab und Raphael Andreas Oswald hat wenig Mühe, zum 1:0 in der 13. Minute abzustauben.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt merke ich, dass ich mir mitsamt einiger anderer Verwegener am heutigen Nachmittag den falschen Platz im Rebenlandstadion ausgesucht haben, da die Jubelschreie und der Trommelwirbel uns nun von allen Seiten erreichen. Eingekesselt nennt man das.

Und ich notiere auch, dass knapp vor dem Gegentor Philipp Krainer (dem wir gute Besserung wünschen) verletzt ausgetauscht wird und einem heute ebenfalls bärenstarken Rok Kogoj Platz machen muss.

Nun versucht der SVG den Fuß in dieses Spiel zu kriegen, so richtig läuft das Werkl unserer Mannschaft heute aber noch nicht. Zu sehr lässt man sich von harten bis überharten aber kaum geahndeten Attacken der SUR die Schneid abkaufen, zu sehr hadert man mit einer zugegebenermaßen katastrophalen Schiedsrichterleistung.

Und verzeichnet noch eine Schrecksekunde, als die SUR einen mustergültigen Konter vorträgt, der ballführende SUR Akteur aber zum Glück die völlig falsche Entscheidung in dieser Situation trifft und es so bei der knappen Führung für die Heimmannschaft bleibt.

Was nun folgt, das sind intensiv geführte aber chancenarme 30 Minuten bis zur Pause, die ein heute völlig indisponierter Schiedsrichter den 22 Akteuren am Feld und dem Publikum mit einer Vielzahl an (folgeschweren!) Fehlentscheidungen verkürzt und so den Blutdruck einiger in bedenkliche Höhen treibt.

Und so mag es zwar im Ermessen des Schiedsrichters liegen, Bernd Hold nach einem Foul an ihm den Elfmeterpfiff zu verweigern, die gelbe Karte für eine angebliche Schwalbe ist dann aber doch ein wenig zu viel des "Guten" und völlig überzogen.

Wie wohl auch nur Schiedsrichter Plank wissen wird, nach welcher mir nicht bekannten Regelauslegung Christian Stibler als klar und einzig letzter Mann nach Foul am durchbrechenden Matej Vracko nur mit Gelb belohnt wird. Eine noch klarere rote Karte wird man schwer finden.

Die Pause kommt da gerade recht und sie tut dem SVU Tondach Gleinstätten sehr gut.

Mit den ersten Halbchancen gegen Ende der ersten Halbzeit hat man Blut geleckt. Jetzt geht man wesentlich aggressiver in die Zweikämpfe, bringt Patrik Narath und Philip Ziegler mit starkem Pressing komplett aus dem Takt und das Spiel der Heimmannschaft damit völlig zum Erliegen.

Nun spielt nur mehr eine Mannschaft und die ist es schließlich auch, die den längst überfälligen Ausgleichstreffer erzielt: Ein toller, schneller Haken eines heute ungemein spiel- und auch kampfstarken Tomaz Avgustin, ein Strich, ein Tor. Unhaltbar, ein toller Treffer zum 1:1 in der 55. Minute.

Und man legt nach, stellt um, stellt Bernd Hold zu Tomaz Avgustin ins zentrale Mittelfeld und erhöht damit den Druck auf die SU Rebenland, die nun kaum noch zum verschnaufen kommt und nach dem Ausgleichstreffer nur mehr zwei Edelroller in der gesamten 2. Hälfte verzeichnen kann, die jedoch zur leichten Beute von Christoph Hüttl werden.

Miha Zajc (mit zwei Bombenfreistößen heute), Maximilian Debelak, Tobias Draschl und der für Christian Traussnigg ins Spiel gekommene Georg Merkscha lassen defensiv nun nichts mehr anbrennen, nehmen Patrik Narath und Markus Reinegger (der bei einem brutalen Frustfoul mit "geschenktem" Gelb ebenfalls sehr gut bedient ist) komplett aus dem Spiel und sie sind es auch, die im Endeffekt für ein happy end aus Sicht des SVG sorgen.

Gerade als sich meine Ohren nämlich an den Trommelwirbel und an die unermüdlichen Anfeuerungsrufe der SUR Fans zu gewöhnen scheinen, ist damit plötzlich Schluss.

Auch die Heimfans merken nun, dass da heute noch etwas geht. Dass sich da heute noch was ändern wird. Merken, dass Angriff um Angriff auf das Tor der SUR rollt, merken, dass der SVG zu diesem Zeitpunkt bereits einige Hochkaräter liegen gelassen hat und dass es nicht einfach wird, diesem Druck auf Dauer etwas entgegen zu stellen.

Und sie behalten recht. Denn während Torhüter Alexander Strametz für eine zu diesem Zeitpunkt offensichtlich klinisch tote SUR mit zwei Reflexen noch das schlimmste verhindern kann, ist es wenige Minuten vor Schluss (Phillip Schantl ersetzt den leicht angeschlagenen Thomas Anhell) passiert:

Ein unwiderstehlicher Angriff des SVG durch die Mitte, der Ball wird quergelegt und es steht 1:2. Eine tolle Aktion, eiskalt abgeschlossen vom aufgerückten Maximilian Debelak in der 87. Minute!

Jetzt ist es hier mucksmäuschenstill. Zumindest da, wo ich sitze. Eine echte Wohltat für die Ohren, viel schöner jedoch ist das, was sich unseren Augen am Spielfeld bietet. Eine Jubeltraube bei unserer Mannschaft, hängende Köpfe bei der SUR.

Doch noch ist hier heute nicht Schluss und ein weitereres Mal steht der Schiedsrichter am heutigen Nachmittag im Mittelpunkt: Minute 94, ein Angriff des SVG, ein Pfiff, Verwunderung in den Gesichtern der Spieler. Der auf Höhe des SUR Sechzehners platzierte Schiedsrichter läuft zu dem gut 50 m entfernten Maximilian Debelak, zeigt ihm wegen angeblicher Kritik (wie er die gehört haben möchte, lassen wir mal dahin gestellt) die (5.) gelbe Karte und verhängt einen Freistoß knapp außerhalb des 16ers gegen den SVG. Eigentlich unglaublich, aber doch passiert

Fast paradox, dass Georg Merkscha gerade diesen Ball blocken und damit einen perfekten Konter einleiten kann, den Tomaz Avgustin zum 1:3 in der 95. Minute verwertet.

Fazit: Ein hart erkämpfter aber hochverdienter Sieg, der auch in dieser Höhe in Ordnung geht.

Schiedsrichter Plank erwischt heute einen rabenschwarzen Tag, fährt mit dem Breitschwert durch die Reihen des SVG und beschert uns mit einseitigen Pfiffen, unglaublichen Fehlentscheidungen und völlig überzogenen Karten gleich 3 Gesperrte für die nächste Runde. Ein stark wettbewerbsverzerrendes Vorgehen, das trotz des Sieges nur Kopfschütteln bei den Betroffenen hervorruft, von Seiten des Verbandes aber hoffentlich als solches wahrgenommen und auch entsprechend sanktioniert wird.

P.S.: Tolles gab es übrigens heute am Vormittag auch im Tondachstadion zu sehen, wo unsere Jüngsten (U7 / U8) ihre Kräfte miteinander maßen und tollen Fußball zeigten. Bilder von diesem tollen Event folgen in Kürze!


Bravo Burschen, toll gekämpft, we're SVG!


Autor: Günther Zwetti