Schade - nur 1:1 gegen Feldkirchen


Ein Remis, das sich wie eine Niederlage anfühlt


Die Vorzeichen vor diesem Spiel waren klar, der Favorit eindeutig definiert.

Zwar muss der SVU Tondach Gleinstätten heute ohne sein Sturmduo Matej Vracko und Philip Krainer auskommen, ein Grund für die heute äußerst dürftige Darbietung am Platz oder gar eine Ausrede darf das jedoch nicht sein.

Trainer Jochen Zadravec bringt Kapitän Bernd Hold zunächst als Spitze neben Paul Krizanac, Georg Merkscha in der Innenverteidigung und Rok Kogoj auf der rechten Außenbahn, stellt knapp vor der Pause jedoch um und beordert Tomaz Avgustin ganz nach vor, während Bernd Hold nun aus dem Mittelfeld heraus agiert.

Da man heute aber zunächst so gar nicht ins Spiel findet, teilweise sehr schlecht in die Zweikämpfe geht, den Ball ohne Raumgewinn und oftmals ungewohnt risikoreich auf Höhe des eigenen 16ers verschiebt, den Gästen im Mittelfeld viel zu viel Platz lässt, sich fast schon in Vergessenheit geratene schwere Abspielfehler in der Vorwärtsbewegung erlaubt und dann auch noch kollektiv schläft, steht es nach nur 6 Minuten 0:1. Stefan Kaier ist es, der diesen Sekundenschlaf der gesamten Defensive nützt und mit dem Außenrist zur Führung für die Gäste trifft.

Jetzt wacht unsere Mannschaft ein wenig auf, kommt aus Standards auch zu Chancen, aus dem Spiel heraus gelingt heute jedoch so gut wie nichts, da sich kaum Anspielstationen finden, die Pässe viel zu unpräzise gespielt werden sowie Stellungsspiel und Laufwege heute einfach absolut nicht passen.

Dass es nach einer weiteren vergebenen Großchance dann doch zum Ausgleich reicht, dafür sorgt ein sehr schöner Freistoß von Miha Zajc aus einer eigentlich fast unmöglichen Position nahe der Outlinie, der den Gästetorhüter überrascht und sich zum 1:1 in der 26. Minute ins Tor senkt. Danach hat man zwar noch zwei tolle Chancen durch Tomaz Avgustin, der Ball will heute aber einfach nicht ins Tor und so hat man sogar noch Glück, dass der zweite gut vorgetragenen Konter der Gäste knapp vor Pausenpfiff nicht zu einem weiteren Tor führt.

In der zweiten Halbzeit wird man zwar etwas mutiger, kann aber dennoch nicht an die starken Leistungen der vergangenen Partien anschließen. Man agiert viel zu umständlich, zu zögerlich, zu träge in der Vorwärtsbewegung, macht fast in jeder Situation genau das falsche und zu allem Überdruss heute auch die wenigen Topchancen einfach nicht.

Symptomatisch dafür sind etwa ein Lattenpendler von Paul Krizanac, der eine schöne Hereingabe von Tomaz Avgustin knapp nach Wiederbeginn nicht im Tor unterbringen kann oder ein Eins-zu-Eins Duell zwischen Thomas Anhell und Torhüter Solnier, bei dem unser Goalgetter den Ball zwar am Torhüter aber leider auch am gegnerischen Gehäuse vorbei schießt.

Unsere Mannschaft wird mit zunehmender Spieldauer hektischer, zeigt in einigen Phasen aber wieder das gewohnte Pressing und drückt damit einen ab Minute 60 offensiv defacto nicht mehr vorhandenen Gegner weit in die eigene Hälfte.

Da dieser sich aber mit allen Mitteln und sehr geschickt der Niederlage entgegen stemmt, bei gut angetragenen Kopfbällen von Georg Merkscha, Bernd Hold oder Tomaz Avgustin mit Michael Solnier einen starken Rückhalt im Tor hat und sich der SVG in diesem Unspiel heute leider auch noch den Luxus leistet, weitere drei so genannte Hunderter zu vergeben, bleibt es auch bei diesem Ergebnis.

Und so rennt der SVU Tondach Gleinstätten zwar speziell in der letzten halben Stunde mit dem Mute der Verzweiflung gegen eine dicht gestaffelte Defensive der Gäste an, für weitere Tore will es heute aber nicht reichen.

Fazit: Das können wir besser. Und zwar viel besser. Man spielt an diesem Tag viel zu verhalten, viel zu umständlich und zu unpräzise. Feldkirchen macht das besser und aus eigentlich keiner Chance ein Tor, während die Gäste bei zwei echten Topchancen Erbarmen mit dem SVG zeigen und den Ball aus aussichtsreichen Positionen gleich wie ihre Kollegen im Dress des SVG neben das Tor befördern.

Und so war es zwar kein gutes Spiel unserer Mannschaft. Fakt jedoch ist: Hätte man heute im gesamten Spiel zumindest jene Leidenschaft, jenen Willen und jene Versuche, den Ball schnell und direkt nach vorne zu spielen, aus der Schlussviertelstunde gezeigt, dann hätte man dieses Spiel trotz aller anderen Unzulänglichkeiten am heutigen Fußballabend wohl für sich entschieden.

Unsere Mannschaft kann heute leider nicht an die starken Leistungen der vergangenen Spiele anschließen, vergisst auf das Spiel ohne Ball und bietet dem Ballführenden nur selten Anspielstationen. Bei Standards agiert man heute ähnlich wie auch bei vielen Pässen viel zu unpräzise und verschenkt so eine Vielzahl an guten Möglichkeiten. Und da man sich heute leider auch noch den Luxus leistet, keine von insgesamt drei Hundertprozentigen im Tor der Gäste unterzubringen, bleibt es unter dem Strich auch bei einem leider enttäuschenden 1:1.

Da am Spielfeld aber Menschen und keine Maschinen agieren, ist es das, was es ist:

Eine (gefühlte) Niederlage in einem Spiel.

Nicht mehr und nicht weniger.


Abputzen, weiter geht's!


Autor: Günther Zwetti