Die erste Leermeldung der Saison


Der Tag der Geschenke oder: Eine verdiente 1:2 Heimniederlage gegen Gamlitz


Ob es richtig ist, so knapp nach einem Spiel, so knapp nach einer leider hochverdienten Niederlage, enttäuscht und im Affekt den Spielbericht zu verfassen, das weiß ich nicht.

Was ich aber weiß, das ist, dass das heute Gezeigte einfach zu wenig war. Zu wenig, um Punkte hier in Gleinstätten zu halten, viel zu wenig für den Anspruch des SVU Tondach Gleinstätten und hoffentlich auch zu wenig für den Anspruch, den jeder Spieler an sich selbst stellt.

Gamlitz erweist sich in diesem Spiel als der erwartet harte Brocken, ist unserer Mannschaft an diesem Abend psychisch und vor allem physisch über weite Strecken des Spiels überlegen und nimmt die 3 Punkte trotz entbehrlicher schauspielerischer Einlagen mancher FCG Akteure und der daraus resultierenden unverständlichen gelben Karten eines ansonsten soliden Schiedsrichters gegen logischerweise protestierende SVG Spieler gegen Ende dieser Partie daher auch verdient mit nach Hause.

Unsere Gäste nehmen zwei Geschenke des SVG in Form eines katastrophalen Rückpasses aus dem Mittelfeld, der zur Idealvorlage für Patrick Rupprecht (0:1 in der 31. Minute) wird, und eines verdeckten Schusses von Gabriel Rode in der 68. Minute (der an gleich drei Spielern vorbei den Ball zum 1:2 ins lange Eck schlenzen kann, nachdem die Situation bereits geklärt war) dankend an, bei vier weiteren guten Chancen zeigen sie heute aber Nachsicht mit der inferioren Defensiv- und Zweikampfleistung eines Großteils unserer Mannschaft.

Dass man dennoch mit einem 1:1 in die Pause geht, ist wiederum einem Geschenk unserer Gäste zu verdanken, bei dem Tomaz Avgustin nach einem Eckball einfach vergessen wird.

Positiv hervorzuheben aus einer ansonsten leider kollektiv weit unter den Erwartungen und Möglichkeiten gebliebenen SVG Mannschaft sind heute lediglich Kapitän Bernd Hold und Christian Traussnigg, die sich der harten Gangart (Körperkontakt und Einsatz sind nun einmal integrale Bestandteile des Fußballsports!) entgegenstellen und heute wahrscheinlich als einzige eine positive Zweikampfstatistik aufweisen können.

Was man heute über weite Strecken jedoch zeigt, das ist - und ich hoffe, ihr seht mir diesen Ausdruck nach - Angsthasenfußball. Da fehlt mit Ausnahme von vielleicht 15 Minuten heute bei fast allen der Biss, da fehlt die Leidenschaft, da fehlen Mut, Selbstbewusstsein, Ideen, da fehlen dieses letzte bisschen an Einsatzbereitschaft und Willen und somit heute leider einfach alles, was es braucht, um erfolgreich zu sein.

Symptomatisch am heutigen Abend eine Szene aus der 20. Minute. Freistoß für den SVG auf der linken Seite, Entfernung zum Tor vielleicht 25 m. Ein Spieler des SVG geht zum Ball und spielt diesen Ball zurück(!). Zurück zu einem Abwehrspieler. Ein Aufschrei geht durchs Publikum. Verständlich. Denn so kann man die Gefahr für das gegnerische Tor auch minimieren, so kann man Verantwortung auch abgeben.

Über den Rest des Spiels breiten wir heute am besten den Mantel des Schweigens.

Fazit: Eine verdiente Niederlage. Hausgemacht. Gegen einen Gegner, der uns nicht überrascht hat und den man genau so erwarten musste, wo man wusste, dass man rein über den Kampf zu Punkten kommen kann. Da die meisten diesen Kampf heute aber nicht oder nur in einigen Phasen annehmen, man die wenigen aber hochkarätigen Chancen leider fahrlässig vergibt, sich zudem erneut viele Fehler im Spielaufbau einschleichen und der lucky punch gegen Ende des Spiels einfach nicht gelingen will, muss man mit der ersten Leermeldung dieser Saison in die Kabinen.

Niedergeschlagen. Keine Frage. Jetzt alles schlecht zu reden, das wäre jedoch mit Sicherheit der falsche Weg. Man steht nach wie vor an der Spitze der Tabelle und konnte 16 von 21 Punkten für sich entscheiden. Schlecht ist definitiv etwas anderes.

Fakt ist aber auch: Es geht in die falsche Richtung! Nicht erst seit diesem Spiel und nicht nur, was die Ergebnisse betrifft, sondern vor allem, was unser Spiel betrifft: Man spielt viel zu oft zurück statt nach vorne, verzögert, verlangsamt den Spielaufbau. Spielt wieder zurück. Ohne Raumgewinn, oft mit viel Gefahr fürs eigene Tor. Weil Anspielstationen fehlen, weil das Spiel zu langsam, zu berechenbar für den Gegner ist und das Spiel ohne Ball oft gar nicht stattfindet. Weil keiner Verantwortung übernehmen will, weil man diese meist sofort wieder abgibt, weil man wie heute einige Male gesehen zurückzieht, weil da oft dieser letzte Wille fehlt, einfach alles zu geben.

Doch den Weg zurück, den schaffen wir. Gemeinsam!

Zeigt wieder Stärke! Zeigt, was ihr könnt, übernehmt Verantwortung, traut euch!

Denn ihr könnt das besser. Wesentlich besser sogar!


Aufstehen und abputzen! Es ist Zeit für den turnaround!


Autor: Günther Zwetti