Klarstellungen und das Auswärtsmatch gegen Gössendorf


The show must go on


Unsere Mannschaft musste nach der ersten Niederlage dieser Saison zuletzt viel Kritik einstecken. Und zwar einiges an harscher Kritik, die wahrscheinlich auch an den Spielern nicht spurlos vorübergezogen ist.

Ob das gerechtfertigt ist? Nach 5 Siegen, einem Remis und gerade einmal einer Niederlage? Hat man diesen tollen Auftakt erwarten dürfen oder ist das vielleicht doch Jammern auf äußerst hohem Niveau und unberechtigte Kritik, die es anderswo in dieser Form nicht geben würde?

Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Klar, Erwartungen und Ziele sind hoch gesteckt. Doch die Saison ist noch jung, Formschwankungen gehören zum Fußball wie Bratwürstel und Bier. Oder so ähnlich.

Fakt jedoch ist - und damit beginne ich mit dem Versuch einer Klarstellung - dass die Kritik von allen Seiten sich nicht auf die Niederlage an sich sondern größtenteils auf das Wie, auf das Auftreten unserer Mannschaft bezogen hat. Da wurde viel über Körpersprache, über Verantwortung und Wille gesprochen, da wurden Einzelne hervorgehoben, als leuchtende Vorbilder hingestellt. Auch von mir, keine Frage.

Ob das richtig ist, weiß ich ebenfalls nicht. Ich glaube jedoch, dass es besser ist, gerade bei Niederlagen jene ins Scheinwerferlicht zu rücken, die das Positive repräsentieren, während ich es für absolut kontraproduktiv, sinnlos und entbehrlich halte, individuelle Fehler einzelnen Namen zuzuordnen.

Fußball lebt von Fehlern, da ohne sie wahrscheinlich kaum Tore zu sehen wären. Niederlagen sind zu akzeptieren. Nicht jedoch, ohne aus ihnen zu lernen und eine positive Reaktion darauf zu zeigen. Das ist es, was sich Fans von ihrer Mannschaft erwarten.

Was das für uns, für den SVU Tondach Gleinstätten heißt, ist schnell erklärt. Wir haben verloren. Übrigens das erste Mal in dieser Saison. Gegen eine starke Mannschaft aus Gamlitz. Macht nichts, nämlich gar nichts. Und es macht auch nichts, dass wir nach 7 Runden erstmals in dieser Saison vom Gejagten zum Jäger wurden. Was uns ohnehin besser zu liegen scheint, wie die letzte Saison gezeigt hat.

Doch jetzt heißt es schnellstens aufzuwachen, aufzustehen, sich abzuputzen, das Spiel gegen Gamlitz zu analysieren, aufzuarbeiten und bereits an diesem Wochenende wieder voll anzugreifen und sich die Punkte zu holen.

Einfacher, nein, einfacher wird es sicher nicht werden. Muss es aber auch nicht. Was der Gegner macht, wie er spielt, das hat uns nicht zu interessieren. Und so wird man sich zwar ein Bild über die Stärken und Schwächen des Gegners machen, wirklich wichtig jedoch ist es, die eigenen Stärken noch weiter zu verbessern und die eigenen Schwächen bestmöglich zu beseitigen. Auf sich selbst zu schauen und wieder als Mannschaft aufzutreten.

Und doch muss sich einiges ändern. Beginnen wir außerhalb des Grüns. Beginnen wir bei uns selbst, bei den Fans. Eine Mannschaft zu unterstützen, Fan zu sein, das heißt auch oder gerade, genau dann da zu sein, wenn sie den 12. Mann braucht. Eine Mannschaft nach Siegen zu loben ist einfach. Schwieriger, allerdings wesentlich wichtiger jedoch ist es, ihr dann zur Seite zu stehen, wenn sie Unterstützung benötigt.

Da unten am Platz, da stehen Menschen. Keine Maschinen, die einfach funktionieren. Sondern Menschen, die Emotionen und Zurufe von der Rängen sehr wohl wahrnehmen und die mit Sicherheit auch selbst merken, wenn so wie gegen Gamlitz der Wurm drinnen ist, wenn's einfach nicht läuft. Da muss man, nein, da darf man nicht auch noch zusätzlich draufhauen. Einzelne mit Schmährufen überschütten. Das sind nicht wir, so soll's und darf's nicht sein. Lasst uns das beim nächsten Spiel besser machen, helft mit, unsere Mannschaft nach vorn zu treiben, seid der 12. Mann!

Kommen wir zu den Spielern, zu unserer Mannschaft. Was im letzten Spiel gefehlt hat, das weiß man sicher selbst. Vielleicht aber macht es Sinn, auch einmal den Blick von außen aufzuzeigen.

Fußball ist ein Mannschaftssport, man gewinnt gemeinsam, verliert aber auch gemeinsam. Und so mag es zwar Spiele geben, wo manche mehr und andere wieder weniger zum Eintritt des einen oder anderen Ereignisses beitragen, in Summe jedoch wird eine mannschaftlich geschlossen gute Leistung auch fast immer der Garant für ein ebensolches Ergebnis sein.

Und so sind wir weder der SV Avgustin, noch der SV Hold oder der SV Vracko, sondern der SVU Tondach Gleinstätten bestehend aus einer Mannschaft von 18 Spielern, bei denen jedem einzelnen die gleiche Bedeutung bei einem Spiel zukommt. Was das im Klartext heißt? Dass jeder einzelne auch Verantwortung zu übernehmen hat, dass Einsatz, Zweikampfstärke, Konzentration, Wille und das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen den Ausschlag über Sieg oder Niederlage geben. Mag sein, dass einzelne wie die oben erwähnten Spieler in engen Spielen den Ausschlag geben können. Gewinnen jedoch kann man nur gemeinsam.

Und auch verlieren kann man. Hat man, wird man und darf man auch. Ohne vollsten Einsatz, ohne Kampf, ohne die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen und diese nicht gleich wieder an einen der so genannten Führungsspieler abzugeben, sowie ohne den 100%igen Willen, ein Spiel unbedingt gewinnen zu wollen, da hat man jedoch bereits vor Spielbeginn verloren.

Gegen Gamlitz hat man vergessen, als Mannschaft aufzutreten. Man war ängstlich, hat Verantwortung schnell wieder abgegeben, jedes Risiko gescheut, den Großteil aller Zweikämpfe verloren und hat dafür leider die Höchststrafe kassiert.

Gegen Gössendorf jedoch gibt's bereits am Freitag, dem 29.09 um 19:00 Uhr in Gössendorf die nächste Chancen auf Punkte. Nutzen wir sie!

Oder, wie es Queen von der Bühne schmettern würden: "The show must go on!"


Auf geht's Burschen, kämpfen und siegen!


Autor: Günther Zwetti


P.S.: Unser kommender Gegner liegt mit 13 Punkten auf Platz 5 in der Tabelle, gewann zuhause gegen Rebenland, Frohnleiten sowie Straß und remisierte im eigenen Stadion gegen Mooskirchen. Gefährlichster Akteur des Aufsteigers ist Dominik Zisser mit 5 Toren. Was wir erwarten ist ein Spiel auf Augenhöhe und eine Reaktion unserer Mannschaft. Mit dem hoffentlich besseren Ende für eine tolle Truppe des SVU Tondach Gleinstätten!