Der Unterschied trug gelb


Nicht immer lässt sich Glück erzwingen


Untertitel: Von einem Freistoß, der keiner war und der diesem Spiel die Wende gab.

Dass es in Frauental nicht einfach werden würde, das war lange vor diesem Duell klar. Die Gastgeber mit viel Selbstvertrauen und mit einem echten Lauf, wo einfach alles zusammenspielt, während der SVG neben Verletzungspech zuletzt auch noch mit starken Formschwankungen zu kämpfen hatte.

Alles angerichtet also für den nächsten klaren Heimerfolg der Gastgeber? Hätte man meinen können, heute jedoch merkte man nur wenig davon.

Der SVU Tondach Gleinstätten trotz des Fehlens des heute nur auf der Ersatzbank sitzenden Tomaz Avgustin mit viel Anfangselan und mit viel Schwung nach vorne, die Mannschaft des SV Frauental sehr defensiv eingstellt und noch geschockt vom Nasenbeinbruch ihres Teamkollegen Thomas Fauland (Kopfball in der 2. Minute), der mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden muss und dem wir auf diesem Weg natürlich rasche Besserung wünschen.

Und auch gleich mit der ersten Großchance, oder - wie es auch einige besser positionierte Zuseher gesehen haben wollen - mit dem vielleicht sogar ersten Treffer. Patrik Narath packt in der 10. Minute den Hammer aus, ein Lattenpendler ans rechte Kreuzeck, doch der Schiedsrichter lässt weiterspielen.

Beide Mannschaften probieren bei widrigen und teils sogar irregulären Bedingungen aufgrund starker Sturmböen Linie ins Spiel zu bringen, was aber über die gesamte Spieldauer auf beiden Seiten nur ganz selten gelingt. Und so ist das heute kein fußballerischer Leckerbissen sondern viel Kampf und Krampf auf beiden Seiten, wo schon nach wenigen Minuten klar wird, dass derjenige, dem hier der erste Treffer gelingt, wohl als Sieger vom Platz gehen wird.

Man kämpft, probiert und kommt auch zu guten Chancen, der Ball will aber wie bei einem gut angetragenen Kopfball von Matej Vracko und bei einem tollen Heber von David Fleith einfach nicht ins Tor.

Was Effizienz heißt, das zeigen schließlich die Gastgeber, die bis zu diesem Zeitpunkt nur zu einer einzigen echten Chance gekommen sind: Ein ganz normaler Zweikampf zwischen den beiden Kampfmaschinen ihrer Vereine, Matej Vracko und Florian Eibinger, ein zu Boden gehender Frauentaler und der genau so erwartete Pfiff eines unglaublich kleinlich agierenden Schiedsrichters, der so gut wie jeden Körperkontakt auf beiden Seiten sofort pfeift, dafür jedoch eine ganz eigene Art der Regelauslegung bei Vorteil zu kennen scheint.

Der heute beste Spieler auf Seiten des SVF und mit zwei Treffern auch man of the match, Timotej Petek, tritt an und verwandelt einen wirklich gut angetragenen Freistoß zum zu diesem Zeitpunkt völlig unverdienten 1:0, das den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellt.

Doch unsere Mannschaft lässt sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen, drückt nun auf den Ausgleich und verzeichnet knapp vor dem Pausenpfiff nach einem Kopfball von Matej Vracko den zweiten Lattentreffer in diesem Spiel. Fast schon unglaublich, dass man so viel Pech in einem Spiel haben kann.

Nach der Pause kommt Frauental etwas besser als unsere Mannschaft aus der Kabine, doch auch die Angriffsbemühungen der Gastgeber verpuffen bald, sicher auch, weil der nun immer stärker werdende Wind kaum zusammenhängende Aktionen auf beiden Seiten zulässt.

Knapp 20 Minuten vor Schluss löst der SVG dann seinen Abwehrverbund auf, beordert Kapitän Bernd Hold ins Mittelfeld und bringt Tomaz Avgustin ins Spiel. Jetzt drückt man, rennt an und hat bei toll angetragenen Schüssen von Miha Zajc und Patrick Narath erneut viel Pech, dass man eine weitere Großchance auslässt und dass Gästetorhüter Daniel Paul sich den Ball bei einer dieser Aktionen nicht selbst ins Tor schlägt sondern dass dieser von einem Mitspieler noch von der Linie gekratzt werden kann.

Es ist heute hier zum Haare raufen, es soll anscheinend wohl nicht sein.

Und es endet, wie es sich unsere Spieler, die heute hier zumindest kämpfen und viel Wille zeigen, mit Sicherheit nicht verdient haben: Mit einem Kontertor und mit einem Treffer in der Nachspielzeit, bei der die unfreillige Vorlage fast bezeichnenderweise vom Schiedsrichter kommt, der ein an sich schon sehr zerfahrenes Spiel völlig unnötigerweise leider komplett zerpfeift.

Und somit mit einer viel zu hohen 3:0 Niederlage, da man sich heute trotz der vielen Ausfälle (Draschl, Krainer, Debelak, Avgustin nur auf der Bank) und der individuellen Klasse des SVF als ebenbürtiger Gegner erweist und sich ein Remis mit Sicherheit auch verdient hätte.

Fazit: Wo die zuletzt im Tondachstadion abwesende Glücksgöttin zumindest am heutigen Tag zu finden war, ist nach diesem Spiel klar. In einem Spiel auf Augenhöhe kommen die Gastgeber durch ein Freistoßgeschenk eines in vielen strittigen Situationen indisponierten Schiedsrichters zum 1:0 wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind und legen mit diesem Vorsprung die Basis für den Erfolg.

Der SVG scheitert am heutigen Tag neben den Nerven im Abschluss gleich 2x an Aluminium, während die Heimmannschaft sich den Umstand zunutze macht, dass unsere Mannschaft aufgrund des Rückstands nun natürlich mehr riskieren muss, und aus einem mustergültig vorgetragenen Konter das vorentscheidende 2:0 erzielen kann.

Ironie des Schicksals und fast perfekt zur heutigen Vorstellung der Unparteiischen passend ist die Entstehungsgeschichte zum letztlich unbedeutenden 3:0, bei der der Schiedsrichter im Lauf vom Ball eines SVG Verteidigers getroffen wird und damit unfreiwillig eine Idealvorlage für Christopher Galli liefert, der nur mehr zum 3:0 einschieben muss.

Ja, so kann Fußball leider auch sein. Heute war wie auch bereits letzte Woche das Glück definitiv nicht auf unserer Seite, sodass ein durchaus verdient gewesener Punktegewinn leider nicht zu erreichen war.

Doch was soll's, aufstehen, abputzen und auf zum letzten wichtigen Duell dieser Saison und zur Rückeroberung des 2. Tabellenplatzes gegen den SV Straß.


Kopf hoch Burschen, weiter geht's!


Autor: Günther Zwetti